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14.August 2017

Risiken beim Parken unter Bäumen

Eine Frau parkte ihren nicht vollkaskoversicherten Pkw auf einem öffentlichen Parkplatz unter einem Baum.
Dieser befand sich auf dem Grundstück einer in Privatbesitz befindlichen Wohnanlage. Obwohl es keinen Sturm gegeben hatte, brach ein instabiler Ast ab und beschädigte das Fahrzeug mit einem Schaden in Höhe von ca. EUR 9.000,00.

Diesen Schaden machte die Autofahrerin in zwei Instanzen erfolglos geltend.

Die Richter des OLG Oldenburg stellten in ihrem Urteil vom 11.05.2017 zu Aktenzeichen 12 U 7/17 fest, dass ein Eigentümer zwar verpflichtet ist, die auf seinem Grundstück stehenden Bäume so zu pflegen, dass von diesen keine Gefahr ausgeht.

Sind Städte oder Gemeinden die Eigentümer der Bäume, so müssen sie diese regelmäßig kontrollieren lassen und insbesondere bei Auftreten von trockenem Laub, dürren Ästen oder Pilzbefall einen Baum-
fachmann hinzuziehen.

Auch private Eigentümer müssen Bäume regelmäßig auf Schäden, Erkrankungen und Standfestigkeit überprüfen, zumal wenn sie in der Nähe von Straßen oder Gehwegen stehen und daher eine potentielle Gefahr für Passanten darstellen.

Dabei sind im Hinblick auf die Verkehrssicherungspflichten bei in Privatbesitz befindlichen Bäumen geringere Anforderungen zu stellen.
So müssen Privatleute nur in angemessen zeitlichen Abständen eine äußerliche Sichtprüfung durchführen und erst bei erkennbaren Problemen einen Fachmann hinzuziehen.

Im Fall der klagenden Pkw-Fahrerin war eine Instabilität des Schaden verursachenden Astes nicht so ohne Weiteres erkennbar.

Die Schadhaftigkeit hätte nur durch einen Baumfachmann festgestellt werden können.
Da die Hausverwaltung aber nicht fachkundig ist, wiesen die Berufungsrichter die Klage der Autofahrerin ab.