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11.Mai 2017

Mythen zur arbeitsrechtlichen Stellung des Minijobbers

Obwohl die gesetzlichen Regelungen zum Minijob eindeutig sind, gibt es in der Praxis viele Unklarheiten und Mythen zur arbeitsrechtlichen Stellung des Minijobbers.

Unklarheiten bestehen, ob man auch im Minijob Ansprüche auf Urlaub oder Entgeltfortzahlung im Krank-
heitsfall hat.

1.
Der Minijob ist ein ganz normales Arbeitsverhältnis, das dadurch gekennzeichnet ist, dass Arbeitnehmer nur innerhalb einer niedrigeren Verdienst- oder Zeitgrenze tätig sind.

Sie werden deshalb auch sehr häufig als geringfügig Beschäftigte bezeichnet. Das vierte Sozialgesetzbuch regelt, wie viel sie im Falle der Entgeltgeringfügigkeit maximal verdienen bzw. wie lange sie im Falle der kurzfristigen Beschäftigung maximal arbeiten dürfen.

Die Verdienstobergrenze liegt bei EUR 450,00 im Monat. Es darf nicht mehr als 2 Monate oder 70 Tage im Jahr gearbeitet werden.

Juristisch betrachtet handelt es sich also beim Minijob nicht um ein Arbeitsverhältnis zweiter Klasse, denn Minijobber sind nach dem Gesetz den Vollzeitbeschäftigten gleichgestellt.

2.
Welche Regelungen gelten für Minijobber?

Zunächst ist das gesamte Arbeitsrecht in vollem Umfange anwendbar, so dass Minijobber auch Anspruch auf den Mindestlohn haben sowie Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfalle.

Sie unterliegen den Mutterschutzregelungen sowie dem Kündigungsschutzgesetz, sofern dessen Voraus-
setzungen gegeben sind.

Auch die Urlaubsregelungen gelten – wie bei jedem anderen Arbeitnehmer auch – uneingeschränkt.

Besonderheiten gibt es eigentlich nur bezüglich der Arbeitszeit, dem Arbeitsentgelt sowie der sozial- und steuerrechtlichen Behandlung des Minijobs.