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04.November 2016

Immer wieder Schäden durch Herbststürme

Wer als Hauseigentümer sein Dach neu eindecken, Fensteröffnungen vergrößern oder auch die Haustür austauschen möchte, sollte vor der Durchführung der Sanierung seinen Versicherungsschutz überprüfen. Denn es könnte sein, dass bei auftretenden Stürmen das Haus unter Umständen nicht versichert ist.

Die Wohngebäudeversicherung zahlt Sturmschäden am Haus nämlich nur, wenn das Gebäude vorher unversehrt und bewohnbar war.

Grundsätzlich deckt die Wohngebäudeversicherung Schäden ab Windstärke 8. Wenn allerdings Fenster und Türen nicht vollständig verschließbar sind oder das Dach nur notdürftig abgedeckt ist, muss die Versicherung hierauf basierende Schäden unter Umständen nicht bezahlen.

Es gilt daher der Tipp:
Bauherren sollten Umbaumaßnahmen stets ihrer Versicherung melden. Und nach dem Umbau sollten Bauherren prüfen, ob nicht der Gebäudewert durch die Sanierung gestiegen ist. Falls dies zu bejahen ist, müsste der Versicherungsschutz angepasst werden.

Keinesfalls ist eine Bestimmung im Versicherungsvertrag wirksam, dass ein nichtbezugsfertiges Gebäude im Sanierungsfalle nicht versichert ist.
Eine Einschränkung des Versicherungsschutzes gilt nämlich nur für die fehlende Bezugsfertigkeit von neu errichteten Gebäuden. So entschieden durch das Landgericht Frankfurt am Main am 18.03.2016 zu Aktenzeichen 2-08 O 259/14.

Ausgehend von dem Wortlaut der Regelung ist ein Gebäude nach dem allgemeinen Sprachgebrauch bezugsfertig, wenn es so weit fertiggestellt ist, dass es bestimmungsgemäß von Menschen bezogen und auf Dauer bewohnt werden kann, vgl. BGH VK 13, 194.

Ist das Gebäude nach der baulichen Fertigstellung bezugsfertig, wird die Bezugsfertigkeit durch spätere Sanierungs- und Umbaumaßnahmen nicht mehr aufgehoben.
Zwar besteht ein erhöhtes Risiko nicht nur vor der Fertigstellung eines Gebäudes, sondern auch bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen. Der Versicherungsnehmer muss aber nicht damit rechnen, dass sein einmal erworbener Schutz gerade bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen ausgeschlossen ist.

Möchte der Versicherer eine solche Regelung erhalten, hat er es in der Hand, den Versicherungsschutz auch in diesem Falle durch eine eindeutige Regelung auszuschließen.