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07.Juli 2015

Sonderbedarf im Unterhaltsrecht

Nach der Düsseldorfer Kindesunterhaltstabelle wird ja der sogenannte Barunterhalt geschuldet, d. h. der Unterhalt, der die Grundbedürfnisse des Kindes, wie Unterkunft und Nahrung abdeckt.

Neben diesem Unterhalt, der nach der Düsseldorfer Kindesunterhaltstabelle geschuldet ist, kann es sein, dass ein Sonderbedarf gegeben ist.

Der Sonderbedarf ist definiert in § 1613 II Nr. 1 BGB. Der Sonderbedarf muss unregelmäßig und außergewöhnlich hoch sein.

Im Nachfolgenden ist kurz skizziert, was als Sonderbedarf anerkannt worden ist und was nicht:

Sonderbedarf ja:

  • Operationen, die nicht von der Versicherung abgedeckt sind
  • Erstausstattung des Säuglings
  • Umzugskosten
  • Prozesskostenvorschuss
  • Brille, wenn nicht von Krankenversicherung abgedeckt
  • Zahnarztkosten, wenn nicht von Krankenkasse abgedeckt 

  • Schulfahrten/Klassenfahrten (In der Regel wird dies als Sonderbedarf anerkannt, es kommt aber jeweils auf den Einzelfall an)
  • Nachhilfe
  • Computer
  • Internatskosten
  • Kosten für Kommunion/Konfirmation (wobei dies sehr umstritten ist und einige Gerichte einen Sonderbedarf verneinen)

Sonderbedarf nein:

  • Kindergartenkosten
  • Auslandsstudium
  • Familienfeiern
  • Lernmittel, Schulbücher usw.
  • Musikinstrument
  • besondere Sportgeräte
  • Sport allgemein
  • Urlaubskosten

Bezüglich des Sonderbedarfs ist darauf hinzuweisen, dass von beiden Eltern anteilig dieser Sonderbedarf geschuldet ist, je nach ihren Vermögensverhältnissen.

Im Weiteren muss man wissen, dass ein Sonderbedarf längstens für ein Jahr zurück geltend gemacht werden kann.