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21.April 2015

Kindesunterhalt beim Wechselmodell

Leben die Eltern in verschiedenen Wohnungen und regeln sie den gewöhnlichen Aufenthalt des Kindes dergestalt, dass es vorwiegend in der Wohnung eines Elternteils lebt und dies durch regemäßige Besuche in der Wohnung des anderen Elternteils unterbrochen wird, spricht man vom sogenannten Residenzmodell, das heißt derjenige Elternteil, der das Kind im überwiegendem Maße in Obhut hat , kann gegenüber dem anderen Elternteil Kindesunterhalt geltend machen, wobei sich die Höhe des Kindesunterhalts nach der sogenannten Düsseldorfer Kindesunterhaltstabelle bemisst. Derjenige Elternteil, welches also das Kind in erster Linie in Obhut hat, erfüllt die Unterhaltsverpflichtungen in Natur.

Wenn die Eltern allerding ihr Kind in der Weise betreuen, dass es in etwa gleich langen Phasen ab-
wechselnd jeweils bei dem einen und dem anderen Elternteil lebt, spricht man vom sogenannten Wechsel-
modell.

In solchen Fällen eines Wechselmodells wird man eine anteilige Barunterhaltspflicht beider Eltern in Be-
tracht ziehen, weil sie auch für den Betreuungsunterhalt nur anteilig aufkommen. Verfügen beide Eltern-
teile über Einkünfte ist der Elementarbedarf des Kindes an den beiderseitigen-zusammengerechneten-Einkünften auszurichten. Hinzuzurechnen sind Mehrkosten, die durch die Aufteilung der Betreuung entstehen und deren Ansatz und Erstattung unter den jeweiligen Umständen angemessen ist. Für den so ermittelten Bedarf haben dann die Eltern anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen und unter Berück-
sichtigung der erbrachten Naturalleistungen aufzukommen.