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31.März 2015

Schwarzfahrt ist bei weitem kein Kavaliersdelikt

Es drohen Geld- oder Freiheitsstrafe, sofern man beim Schwarzfahren erwischt wird. Wiederholungstäter können kaum mit richterlicher Gnade rechnen.

Das Oberlandesgericht Hamm hatte es kürzlich mit einem Schwarzfahrer zu tun, der bereits zum vierten Mal erwischt worden war. Vorverurteilungen wegen Erschleichen von Leistungen führten nicht dazu, dass sich der Betroffene eines Besseren besann. Die Wiederholungstat fiel schwer ins Gewicht. Der Schwarz-
fahrer wurde zu Recht zu einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten verurteilt, die allerdings noch zur Bewährung ausgesetzt worden ist.

Schwarzfahren, also das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrausweis, stellt einen Verstoß gegen die Beförderungsbedingungen dar und kann teuer werden.

Die einzelnen öffentlichen Verkehrsbetriebe haben in Ihren Betriebsordnungen bußgeldrechtliche Sanktionen festgeschrieben, nach denen zivilrechtliche Konsequenzen drohen.

Besonders unangenehm sind folgende Sachverhalte:

Stellt man eine unechte Urkunde her, wird eine echte Urkunde verfälscht bzw. eine solche gebraucht, so stellt dies den Straftatbestand der Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB dar. Ein solcher Straftatbestand ist bereits erfüllt, wenn das Gültigkeitsdatum von Fahrkarten manipuliert wird. Geachtet werden muss auch darauf, dass Trickbetrüger bei langen Warteschlangen vor den Fahrkartenautomaten manipulierte Fahr-
scheine verkaufen wollen. Häufig sind die manipulierten Tickets kaum zu erkennen. Fahrtkartenkontrolleure hingegen sind auf diesen Trick geeicht.
Die strafrechtlichen Folgen trifft nicht nur den Manipulierer, sondern auch denjenigen, der das verfälschte Ticket gebraucht.

Betrügerisch handelt, wer einräumt, keinen Fahrschein zu haben, im Anschluss daran jedoch falsche Personalangaben macht.
Bemerkt der Kontrolleur diesen Täuschungsvorgang nicht, ist der Straftatbestand des Betruges gemäß
§ 263 StGB bereits erfüllt.