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03.Februar 2015

Betrugsvorwurf bei Verzicht auf Selbstbeteiligung im Rahmen eines Kaskoschadens

Das Amtsgericht –Strafgericht- Köln hat mit Urteil vom 03.04.2013 den Mitarbeiter einer Werkstatt des Betruges für schuldig befunden, da er im Rahmen einer Kaskoabrechnung gegenüber dem Versicherer verschwiegen hatte, dass gegenüber dem Kunden auf die Selbstbeteiligung verzichtet worden ist.

Zur Verdeutlichung nachstehendes Fallbeispiel:

Angenommen die Reparaturkosten für eine Austauschscheibe belaufen sich auf EUR 1.000,00.

Mit dem Kunden wird dann vereinbart, dass er die Selbstbeteiligung in Höhe von EUR 150,00 nicht bezahlen muss, sodass sich insoweit die Werkstattkosten auf lediglich EUR 850,00 belaufen.

Zieht man von diesen tatsächlichen Kosten die Selbstbeteiligung in Höhe von EUR 150,00 ab, muss also die Versicherung nur EUR 700,00 zahlen.

Wird aber der Verzicht auf die Selbstbeteiligung verschwiegen, zahlt die Versicherung EUR 150,00 zu viel, statt EUR 700,00 nämlich EUR 850,00.

Wenn der Versicherte selbst die „unrichtige Abrechnung der Werkstatt“ bei seiner Versicherung vorlegt, ist er der Haupttäter. Daneben kommt aber für den Werkstattmitarbeiter Beihilfe oder auch Mittäterschaft zum Betrug in Betracht.