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22.September 2014

Schwarzgeldkonto im Nachlass

Taucht im Nachlass ein Schwarzgeldkonto auf, muss umgehend gehandelt werden.

Zwar müssen Erben für eine Steuerhinterziehung des Verstorbenen strafrechtlich nicht einstehen, finanziell aber schon. Zudem macht sich der Erbe strafbar, wenn der Erbe dem Finanzamt das Schwarzgeldkonto verschweigt. Übersteigt das geerbte Vermögen die persönlichen Freibeträge, würde der Fiskus ansonsten um die Erbschaftssteuer geprellt.

Damit jedoch nicht genug. Stellt der Erbe fest, dass frühere Steuererklärungen des Verstorbenen falsch oder unvollständig waren, so ist er verpflichtet, diese rückwirkend zu berichtigen und Nachzahlungen zu begleichen. Geschieht das nicht, stellt diese Unterlassung ebenfalls Steuerhinterziehung dar. Ferner muss der Erbe Kapitalerträge aus ausländischen Geldanlagen in seiner jährlichen Steuererklärung abgeben, damit das Finanzamt 25% Abgeltungssteuer nacherheben kann. Werden solche Erträge verschwiegen, liegt eine erneute Strafbarkeit vor.

Auch darf nicht übersehen werden, dass Miterben und Pflichtteilsberechtigte zum Mittel der Strafanzeige wegen Untreue oder Unterschlagung greifen, wenn Auskünfte des Erben hinsichtlich eines Schwarzgeld-
kontos verheimlicht werden.

Wer wieder ruhig schlafen will, kann Selbstanzeige stellen. Hier ist fachkundige Beratung zwingend erforderlich, weil eine Selbstanzeige als unwirksam gilt, wenn sie unvollständig ist.

Der Erbe handelt richtig, wenn er die Auslandserbschaft (Schwarzgeldkonto) ordnungsgemäß seinem Finanzamt meldet. Die unvollständigen Steuererklärungen des Erblassers sollte er vom Fachmann berichtigen lassen und danach die festgesetzten Steuern nachzahlen. Bei der Erbschaftssteuerberechnung zieht das Finanzamt die geerbten Steuerschulden als Schuldposten ab. So bleibt dem Erbe vom Erbe des Erblassers am Ende doch noch knapp 50%.