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10.Januar 2013

Wahl der Lohnsteuerklasse - Änderungen 2013

Wahl der Lohnsteuerklasse Änderungen 2013

 

Gem. § 38 f EStG kann von Ehegatten das sog. Faktorverfahren gewählt werden. Dieses Verfahren soll gewährleisten, dass bei dem jeweiligen Ehegatten die ihm persönlich zustehenden Steuerentlastungen beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden.

Wechsel der Steuerklassenkombination.

Waren Ehegatten beide als Arbeitnehmer tätig, so bleibt es grundsätzlich bei der bisherigen Steuerklassen-kombination. Sofern ein Steuerklassenwechsel gewünscht wird, kann dies 1 Mal im Laufe des Jahres 2013, und zwar spätestens bis zum 30.11.2013 beim zuständigen Finanzamt beantragt werden.

Durch die Steuerklassenwahl wird Einfluss darauf genommen, ob sich nach Ablauf des Jahres eine Steuererstattung oder Steuernachzahlung ergibt. Nur bei der Steuerklassenwahl III/V besteht die Pflicht zur Einkommensteuerveranlagung.

Vor allem für Verheiratete ist die richtige Steuerklassenkombination deshalb bedeutsam, weil mit der richtigen Lohnsteuerklassenwahl ein Zinsgewinn und damit ein Liquiditätsvorteil verbunden ist. Die optimale Steuerklassenkombination wirkt sich auch günstig auf die Höhe von Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-
geld, Arbeitslosenhilfe, Unterhaltsgeld, Krankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld oder auch Mutter-
schaftsgeld aus.

Sind beide Ehegatten in Steuerklasse IV eingeordnet, so sollte dies nur dann beibehalten werden, wenn beide Ehegatten in etwa einen gleich hohen Bruttoarbeitslohn beziehen.

Die Steuerklassenkombination III/V ist sinnvoll, wenn der in Steuerklasse III eingestufte Ehegatte ca. 60 % und der in Steuerklasse V eingestufte Ehegatte ca. 40 % des gemeinsamen Arbeitseinkommens erzielt. Das Bundesfinanzministerium und die obersten Finanzbehörden der Länder haben Tabellen ausgearbeitet, aus denen Ehegatten nach der Höhe ihrer monatlichen Arbeitslöhne die Steuerklassen-Kombination fest-
stellen können, bei der die geringste Lohnsteuer entrichtet werden muss. Sind Freibeträge zu berücksichti-
gen, sind diese vor Anwendung der Tabelle vom monatlichen Bruttoarbeitslohn abzuziehen.

Für die Ermittlung der Lohnsteuer sind zwei Tabellen zur Steuerklassenwahl aufgestellt worden:

Die Tabelle I ist zu benutzen, wenn der höher verdienende Ehegatten in allen Zweigen sozialversichert
  (z. B. auch bei Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und freiwilliger Versicherung in
  der gesetzlichen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung) ist.

Die Tabelle II ist zu benutzen, wenn der höher verdienende Ehegatte in keinem Zweig sozialversichert ist
  und keinen steuerfreien Zuschuss des Arbeitgebers zur Kranken- und Pflegeversicherung erhält (z. B.
  privat krankenversicherte Beamte).

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer-Ehepaar, beide in allen Zweigen sozialversichert, bezieht Monatslöhne nach Abzug etwaiger Freibeträge von EUR 3.000,00 und EUR 1.700,00. Da der Monatslohn des geringer verdienenden Ehegatten den, nach dem Monatslohn des höher verdienenden Ehegatten in der Spalte 2 der Tabelle I ausgewiesenen Betrag von EUR 2.149,00 nicht übersteigt, führt in diesem Falle die Steuerklassen-
kombination III/V zur geringsten Lohnsteuer.

Vergleich der Lohnsteuerabzugsbeträge:

a) Lohnsteuer für EUR 3.000,00 nach Steuerklasse III                                       EUR  234,50
    für EUR 1.700,00 nach Steuerklasse V                                                        EUR  346,33

Insgesamt also                                                                                             EUR 580,83

b) Lohnsteuer für EUR 3.000,00 nach Steuerklasse IV                                        EUR  468,25
    für EUR 1.700,00 nach Steuerklasse IV                                                         EUR  147,91

Insgesamt also                                                                                               EUR 616,16

Wie bereits erwähnt, können Arbeitnehmer-Ehegatten an Stelle der Steuerklassen- kombination III/V auch die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wählen.

Hierdurch wird erreicht, dass bei jedem Ehegatten die steuerentlastenden Vorschriften (insbesondere der Grundfreibetrag) beim eigenen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden. Mit dem Faktor 0,… (stets kleiner als 1) wird die steuermindernde Wirkung des Splitting-Verfahrens beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der obigen Einkünfte der Ehegatten A und B ergibt sich folgendes Beispiel zur Ermittlung und Anwendung des Faktors:

Jährliche Lohnsteuer bei Steuerklassenkombination IV/IV

Arbeitnehmer-Ehegatte A: …………………… für EUR 36.000,00
                                                                 (monatlich EUR 3.000,00 x 12) = EUR 5.619,00

Arbeitnehmer-Ehegatte B: …………………….für EUR 20.400,00
                                                                 (monatlich EUR 1.700,00 x 12) = EUR 1.775,00

Summe der Lohnsteuer bei Steuerklassenkombination IV//IV (entspricht: „X“) beträgt
EUR 7.394,00.

Die voraussichtliche Einkommensteuer im Splitting-Verfahren (entspricht „Y“) beträgt EUR 7.186,00.

Der Faktor ist Y : X, also EUR 7.186,00 : EUR 7.394,00 = EUR 0,971

 

Die jährliche Lohnsteuer bei Steuerklasse IV/IV mit Faktor EUR 0,971

Arbeitnehmer-Ehegatte A: ………………………für EUR 36.000,00
                                                                    (EUR 5.619,00 x EUR 0,971 = EUR 5.456,00)

Arbeitnehmer-Ehegatte B:……………………… für EUR 20.400,00
                                                                    (EUR 1.775,00 x EUR 0,971) = EUR 1.723,00

Summe: EUR 7.179,00

Im Beispielsfall führt die Einkommensteuerveranlagung:

- bei der Steuerklassenkombination III/V
  zu einer Nachzahlung in Höhe von        EUR 216,00

- bei einer Steuerklassenkombination IV/IV
  zu einer Erstattung in Höhe von            EUR 208,00

- bei einer Steuerklassenkombination IV/IV-Faktor 
  weder zu einer hohen Nachzahlung noch zu einer Erstattung, weil die Lohnsteuer im Faktorverfahren
  wesentlich anders verteilt ist als bei der Steuerklassenkombination III/V. Die Lohnsteuerverteilung im
  Faktorverfahren entspricht folglich der familienrechtlichen Verteilung der Steuerlast im Innenverhältnis
  der Ehegatten.

 

Mit der Einführung der „Elektronischen Lohnsteuerkarte“ gehört die alte Lohnsteuerkarte in Papierformat der Vergangenheit an. Ab 2013 werden die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) in einer Datenbank der Finanzverwaltung gespeichert und werden Arbeitgebern elektronisch für den Lohnsteuer-abzug bereitgestellt.